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GWÖ auf dem Klimacamp Karlsruhe

GWÖ-Veranstaltung auf dem Klimacamp

Am Donnerstag, den 19. August 2021, waren wir auf dem Klimacamp Karlsruhe.

Das Wetter spielte zum Glück mit, sodass wir mit einem Infostand und einem Vortrag im Freien die Ideen und Ziele der GWÖ weitergeben konnten.

Wir bedanken uns bei allen Teilnehmer*innen für den interessanten Austausch und freuen uns auf die nächsten Begegnungen bei der Gemeinwohl-Messe und beim Parking(ing)-Day.

Vielen Dank an das Klimacamp für diese Möglichkeit und an alle, die sich mit so einzigartigen Aktionen für das Klima einsetzen.

Anekdote vom guten Leben

“Leben wir, um zu arbeiten – oder arbeiten wir, um zu leben?” – ein Kurzfilm des AK Wohlstand ohne Wachstum von Attac Köln.

Der Film ist angelehnt an die Anekdote zur Senkung der Arbeitsmoral von Heinrich Böll. Er schrieb sie für eine Fernseh-Sendung zum Tag der Arbeit 1963.

Solidarisch geht anders

Die GWÖ ist Kooperationspartnerin bei der vor kurzem gestarteten Kampagne „Solidarisch geht anders!“.  Dort heißt es: Raus aus der Krise – nicht zurück. Die Pandemie ist ein Brandbeschleuniger für bestehende Ungerechtigkeiten. Ab Juni gibt es bereits mehrere Aktionstage: für solidarische Gesundheit, materielle Sicherheit, Teilen der Sorgearbeit, gleiche Rechte für alle und Klimagerechtigkeit. Bleibt informiert, indem Ihr den Aufruf unterzeichnet.

Abstimmung 21 – Petition: GWÖ gesetzlich verankern

Quelle: https://christian-felber.at

Im Rahmen der Aktion von “Abstimmung 21”, die “Mehr Demokratie!” zusammen mit anderen Demokratie- und Bürger*innen-Beteiligungs-NGOs ins Leben gerufen hat, gibt es die Möglichkeit, mit einer Petition auf die GWÖ aufmerksam zu machen. Und – wenn es richtig gut läuft – vielleicht sogar in die Endrunde zu kommen? Die läuft dann parallel zur Bundestagswahl, mehr Infos gibt es auf abstimmung21.de.

Der Einzug in die nächste Runde ist schon geschafft. Die 2. Runde läuft dann bis zum 31. März – da müssen wir dann noch einmal kräftig für noch mehr Unterschriften werben, denn wer hier die meisten Stimmen einsammelt, kommt in die Endrunde zur Bundestagswahl. Hier geht es zu unserer Petition:

Gemeinwohl-Ökonomie (GWÖ) gesetzlich verankern mit der Gemeinwohl-Bilanzierung aller Unternehmen

Landtagswahl: wie stehen die Parteien zur Gemeinwohl-Ökonomie?

Quelle: Pixabay

Am 14. März 2021 findet in Baden-Württemberg die Landtagswahl statt. Allgemeine Informationen dazu gibt es bei der Landeszentrale für politische Bildung.

Dort sind auch die Wahlprogramme einiger Parteien, die zur Wahl antreten, zu finden.

Wir haben uns die Programme mal genauer angesehen und untersucht, welche Parteien die Gemeinwohl-Ökonomie im Wahlprogramm positiv erwähnen und diese fördern und unterstützen wollen:

ParteiGWÖ im Wahlprogramm?
BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNENja
CDUnein
AfDnein
SPDja
FDPnein
DIE LINKEja
ÖDPja
Piratenparteinein
die PARTEInein
Freie Wählernein
DEMOKRATIE IN BEWEGUNGja
Partei der Humanistennein
Voltnein

Bei allen Parteien, die ein nein in der zweiten Spalte haben, kommt das Wort Gemeinwohl im Programm überhaupt nicht vor (mit Ausnahme der Piratenpartei).

Keine Mehrheit für Haushaltsantrag zum Thema Gemeinwohl-Ökonomie in Karlsruhe fördern

In den Haushaltsberatungen im Karlsruher Gemeinderat vom 15.12.2020 gab es mit 19 Ja und 26 Nein Stimmen leider keine Mehrheit für den Haushaltsantrag zum Thema Gemeinwohl-Ökonomie in Karlsruhe fördern.

GRÜNE, DIE LINKE und KAL/Die PARTEI stimmten zu, alle anderen Fraktionen lehnten ab.

Die Verwaltung schlägt in einer Stellungnahme zum Antrag vor, dass die Volkswohnung GmbH im Jahr 2021 eine Gemeinwohl-Bilanz erstellt.

Darüber hinaus wird auf die fehlenden personellen Ressourcen und die aktuelle Finanzlage verwiesen.

Um personellen Engpässen vorzubeugen hatten wir die Schaffung von Stellen vorgeschlagen.

Die Pandemie erzeugt neben viel Leid auch hohe Kosten. Prävention wäre deutlich günstiger als die Folgekosten zu tragen. Da die Pandemie mit unserer Art zu wirtschaften zusammenhängt, wären wir gut beraten, daran etwas zu ändern, um zukünftige Pandemien zu verhindern. Die GWÖ macht einen konkreten Vorschlag, wie diese Änderung aussehen kann.

GWÖ im Adventskalender von Jugend Gründet

Marielle richtet sich zum 2. Advent im diesjährigen Adventskalender von Jugend Gründet mit ein paar Denkanstößen an die Unternehmer*innen von morgen.

Wer sich schon vor dem Gründen Gedanken über die spätere Geschäftsform und das Geschäftsmodell macht, erspart sich später möglicherweise einen schwierigen Transformationsprozess.

Aktueller Hinweis zur missbräuchlichen Verwendung des Begriffes Gemeinwohl-Ökonomie

Derzeit wird der Begriff des Gemeinwohls und teilweise sogar das konkrete Konzept der Gemeinwohl-Ökonomie auch von Gruppen wie den sogenannten „Querdenkern“ oder der Partei „WIR2020“ verwendet bzw. darauf verwiesen.

Hiervon grenzen wir uns entschieden ab:

  • Die Bewegung der Gemeinwohl-Ökonomie hat keine offizielle Position zu konkreter Gesundheitspolitik. Unsere Vision fokussiert sich auf ein nachhaltiges Wirtschaftssystem.
  • Innerhalb der Szene der Querdenker*innen sowie auch der WIR2020-Partei werden regelmäßig gesetzliche Vorschriften in unsolidarischer Weise missachtet. Darüber hinaus werden historisch unangemessene Vergleiche mit Diktaturen gezogen. Es findet keine Abgrenzung von menschenverachtenden Symbolen und rechtsradikalen Akteur*innen statt und die genannten Gruppen verbreiten teilweise zweifelhafte Theorien u.a. über die Motive der politischen Entscheidungsträger*innen.
  • Wissenschaftliche Fakten werden geleugnet und gezielt Desinformation betrieben.

All das ist unvereinbar mit unseren Grundsätzen.

Grundsätze der Gemeinwohl-Ökonomie Baden-Württemberg

Grundlagen der Gemeinwohl-Ökonomie sind die allgemeine Erklärung der Menschenrechte, demokratische Grund- und Verfassungswerte, Beziehungswerte nach Erkenntnissen der Sozialpsychologie und der Schutz der Erde (Earth Charter).

Wir orientieren uns an wissenschaftlichen Erkenntnissen. Auch wenn wir auf die Veränderung von gesetzlichen Regelungen für ein gemeinwohlorientiertes Wirtschaftssystem hinwirken, verstehen wir die geltenden Gesetze und die Regeln demokratischer, rechtsstaatlicher Prozesse als die Grundlage unseres Handelns.

Die GWÖ agiert unabhängig von Regierungen, Parteien sowie politischen Ideologien und Fundamentalismen, wirtschaftlichen Interessengruppen und Glaubensgemeinschaften.

Wir lehnen Diskriminierung von Minderheiten, Fremdenfeindlichkeit, Homophobie, Rassismus, Sexismus und die Anwendung von Gewalt im Generellen entschieden ab.

Haushaltsantrag zum Thema Gemeinwohl-Ökonomie in Karlsruhe fördern

Am 28. Juli 2020 wurde im Karlsruher Gemeinderat positiv über den interfraktionellen Antrag von GRÜNE, SPD, und DIE LINKE entschieden. Dabei ging es um die Gemeinwohl-Bilanzierung einer städtischen Gesellschaft und eines Amtes, wir berichteten.

Wir freuen uns, dass nun ein gemeinsamer Antrag von DIE LINKE und KAL/Die PARTEI vorliegt, um im Haushalt 2021 die nötigen Finanzmittel dafür einzustellen.

Wir rechnen mit der Unterstützung aller beteiligten Fraktionen und freuen uns, dass Karlsruhe jetzt auch in die Gemeinwohl-Ökonomie einsteigt.

Fight for 1.5°C Promise

Am 12. Dezember 2015 – vor 5 Jahren – unterzeichneten die Staats- und Regierungschefs der Welt das Pariser Abkommen. Dennoch versäumen es die Regierungen weltweit, entschieden gegen die Klimakrise zu handeln.

Wir möchten uns gemeinsam mit anderen dafür einsetzen, in einer nachhaltigen, friedlichen und gerechten Welt zu leben. Deshalb haben wir das #Fightfor1Point5 Promise unterzeichnet.

Am 12. Dezember kommen Menschen auf der ganzen Welt (virtuell) zusammen, um darauf aufmerksam zu machen, dass bisher leider bei Weitem noch nicht genug getan wird.

Podiumsdiskussion über Klima Wahlprüfsteine zur OB-Wahl 2020

Das Klimabündnis Karlsruhe hat Wahlprüfsteine veröffentlicht und dazu Antworten von allen Kandidat*innen angefragt und hier hochgeladen.

Am Freitag, 27. November 2020 hat das Klimabündnis mit 4 Kandidat*innen eine live online-Diskussion geführt und weiterführende Fragen gestellt.

Die Veranstaltung wurde live auf Youtube gestreamt und kann hier nachgeschaut werden.

Offener Brief an Karlsruher MdBs: Lieferkettengesetz statt moral distancing

Folgenden offenen Brief haben wir heute an die Bundestagsabgeordneten des Wahlkreis Karlsruhe geschickt.

Alle Politiker*innen haben geantwortet, vielen Dank dafür:

Michel Brandt (DIE LINKE), am 26. November 2020

Sylvia Kotting-Uhl (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN), am 27. November 2020

Ingo Wellenreuther (CDU), am 2. Dezember 2020

Michael Theurer (FDP), am 20. Januar 2020


Ihr parlamentarischer Einsatz für ein Lieferkettengesetz

Lieferkettengesetz statt moral distancing

Lieber Michel Brandt,
liebe Silvia Kotting-Uhl,
lieber Michael Theurer,
lieber Ingo Wellenreuther,

als Teil der Gemeinwohl-Ökonomie-Bewegung setzen wir uns ein für eine ethische
Ausrichtung der Wirtschaft, basierend auf Menschenwürde, Solidarität,
Gerechtigkeit, ökologischer Nachhaltigkeit, Transparenz und Partizipation
.
Um dies voranzutreiben benötigen wir gesetzliche Rahmenbedingungen. Deshalb
engagieren wir uns für die „Initiative Lieferkettengesetz“. Ziel ist es, Unternehmen in
ihren Auslandsgeschäften gesetzlich zu verpflichten, Menschenrechte zu achten und
Umweltstandards einzuhalten.

Die Corona-Krise führte uns in besonderer Weise vor Augen, wie fragil globale
Lieferketten sind und wie bedeutsam die Übernahme globaler Verantwortung ist.
Die Auftragsstornierungen in der Textilindustrie, durch die im globalen Süden
massenhaft Arbeiter*innen in die Armut entlassen wurden, sind Sinnbild ungleicher Lastenverteilung in weltweiten Lieferketten. Nachhaltiges Wirtschaften beginnt mit fairen Kund*innen- und Lieferant*innen-Beziehungen weltweit. Aus Sicht der
Gemeinwohl-Ökonomie dürfen nur diejenigen Unternehmen am Markt beteiligt
werden, die auf faire und solidarische Bedingungen entlang der gesamten Lieferkette
achten und dazu zum Teil erheblichen Aufwand betreiben.

Dass verbindliche Sorgfaltspflichten Teil des Wiederaufbaus der Wirtschaft
nach der Corona-Pandemie
sein müssten, bekräftigte auch EU-Justizkommissar
Didier Reynders Ende April in seiner Ankündigung eines Prozesses hin zu einer
europaweiten Regulierung für Lieferketten.

Wir können jedoch nicht warten bis es auf europäischer Ebene gemeinsame wirksame
Regelungen gibt, sondern sollten durch nationale Gesetzgebung und Veränderung von
wirtschaftlichen Rahmenbedingungen mit gutem Beispiel vorangehen.
Entwicklungsminister Gerd Müller und Arbeitsminister Hubertus Heil kündigten an,
diesen Sommer einen Entwurf für ein Lieferkettengesetz vorlegen zu wollen.

Uns ist es ein großes Anliegen, dass die Bundesregierung mit der Verabschiedung
eines Lieferkettengesetzes in diesem Jahr die Weichen für zukunftsfähige und
verantwortungsvolle Wirtschaftsbeziehungen stellt. Unsere Forderungen an ein
Lieferkettengesetz sind ausführlich in einem Rechtsgutachten dargelegt:

www.lieferkettengesetz.de/forderungen

Das Gutachten zeigt: Ein Lieferkettengesetz in Deutschland ist machbar – für
Unternehmen genauso wie für den Gesetzgeber
.

Wir möchten Sie bitten, uns folgende Fragen zu beantworten:

  • Werden Sie sich im Rahmen Ihrer parlamentarischen Arbeit und Ihres Austausches mit der Bundesregierung für die rasche Verabschiedung eines Lieferkettengesetzes einsetzen?
    Wenn ja, welche Schritte werden Sie unternehmen?
    Wenn nein, warum nicht?
  • Werden Sie sich öffentlich, z.B. in den sozialen Medien, für ein Lieferkettengesetz stark machen?

Für Rückfragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Sofern Sie nicht explizit widersprechen, behalten wir uns vor, Ihre Antwort auf unserer Website zu veröffentlichen.


Offener Brief als Download

Stellungnahme der GWÖ KA zum Klimaschutzkonzept 2030 im Haushaltsplan 2021

Die folgende Stellungnahme, die auch vom Klimakollektiv Karlsruhe unterstützt wird, haben wir heute an die Karlsruher Gemeinderäte geschickt.

Siehe auch: Pressekonferenz des Klimabündnis zum Karlsruher Haushalt 2021


Klimaschutz ohne Kompromisse

Liebe Gemeinderatsfraktionen,

Karlsruhe hat den Klimanotstand ausgerufen und mit der Beteiligung vieler
Bürger*innen und zivilgesellschaftlicher Gruppen ein Klimaschutzkonzept mit
konkreten und messbaren Zielen ausgearbeitet, die bis zum Jahr 2030 und darüber
hinaus umgesetzt werden sollen.

Die Abschätzung der Kosten beläuft sich auf ca. 40 – 50 Mio. Euro pro Jahr.

In den Haushaltsreden des Gemeinderates zum Haushalt 2021 vom 20. Oktober 2020
signalisieren einige Fraktionen wenig bis keine Zustimmung dafür. Es ist die Rede von
einer Kürzung dieser Summe auf weniger als die Hälfte – und das auch von
Parteien, die sich klar und deutlich für Klimaschutz ausgesprochen haben.

In der online-Diskussion vom 7. November 2020 mit Frank Mentrup, Zoe Mayer und
Fridays for Future wurde als Begründung z.B. erwähnt, dass Planungskapazitäten
und Prozesse erst hochgefahren
werden müssten.

Diese Argumentation halten wir teilweise für nachvollziehbar, da beispielsweise das
langfristige Sanierungskonzept für städtische Gebäude oder der Umbau des
städtischen Fuhrparks nicht ohne eine gewisse Vorlaufzeit realisierbar sind.

Auch die „Umwidmung“ von Mitteln, die beispielsweise für den Straßenbau
vorgesehen sind, ist aus unserer Sicht vertretbar – allerdings nur wenn diese
tatsächlich für Klimaschutzmaßnahmen, wie z.B. den Ausbau der
Radverkehrsinfrastruktur, verwendet werden.

Um die genannten Planungskapazitäten zu schaffen und Prozesse hochzufahren wird
motiviertes und engagiertes Personal benötigt
. Deshalb haben wir kein
Verständnis dafür
, dass bereits im ersten Haushalt weniger Personalstellen
geschaffen werden sollen, als es das Klimaschutzkonzept vorsieht
, vor allem
da die Personalkosten mit knapp 3,5 Mio. Euro weniger als 8 % der vorgesehenen
Gesamtsumme ausmachen.

Die Summe von 40 – 50 Mio. Euro pro Jahr sind ein Durchschnittswert für die nächsten
Jahre bis 2030. Wenn jetzt mit weniger als der Hälfte kalkuliert wird, bedeutet das,
dass in den Folgejahren noch deutlich mehr in die Hand genommen werden muss.

Wir fordern eine transparente Finanzplanung für die nächsten 10 Jahre, aus der
klar hervorgeht, wann welche Mittel wofür eingesetzt werden. Darüber hinaus
wünschen wir uns eine jährliche Berichterstattung darüber, welche Maßnahmen zur
Einsparung von Emissionen erfolgreich waren und welche nicht. Bei letzteren muss die
Strategie angepasst werden, um die Emissionsziele doch noch zu erreichen.

Viele engagierte Menschen in Karlsruhe und auf der ganzen Welt setzen sich,
teilweise seit vielen Jahren, dafür ein, dass sich die wissenschaftlichen
Erkenntnisse zur menschengemachten globalen Erwärmung
, mit all ihren
verheerenden Folgen, unter denen wir bereits heute leiden, in politischem Handeln
widerspiegeln.

Karlsruhe möchte bis 2050 klimaneutral werden. Andere Städte haben noch
deutlich ambitioniertere Ziele, dabei liegt Karlsruhe schon jetzt in einer der wärmsten
Regionen Deutschlands. München will die Klimaneutralität bis 2035 schaffen, Münster, Tübingen und andere schon bis 2030.

Es wäre ein fatales Signal, wenn das Klimaschutzkonzept nicht schnellstmöglich mit
höchster Priorität umgesetzt würde. Auch und gerade in Zeiten der Pandemie, denn
diese ist eine direkte Folge der umwelt- und wirtschaftspolitischen
Fehlentscheidungen
der letzten Jahrzehnte
.

Wir finden, diese Politik darf auf keinen Fall fortgesetzt werden.

Es ist keine Zeit zu verlieren. Wir hätten die nötige Transformation wesentlich
günstiger, einfacher und mit weniger Einschnitten für uns alle haben können, doch
leider wurden die entsprechenden Weichen in der Vergangenheit nicht gestellt.

Jetzt müssen die Kosten und Anstrengungen dafür in die Hand genommen werden,
bevor es zu spät ist.

Wenn die CO 2 -Emissionen innerhalb der EU weiterhin so hoch sind wie aktuell, ist
unser verbleibendes Budget innerhalb von etwa 7 Jahren aufgebraucht. Dieses
Budget wurde auf der Grundlage ermittelt, die Erderwärmung auf maximal 1,5° zu
begrenzen – und dies mit einer Wahrscheinlichkeit von nur 50 bis 67 %.

Laut einer Studie der EU ist nichts weniger als die menschliche Existenz bedroht,
sollten die Temperaturen über 2030 hinaus um mehr als 1,5° ansteigen.

Wir fordern Sie auf, dem Klimaschutz die gebührende Priorität einzuräumen und
dem Klimaschutzkonzept die nötigen Finanzen, das nötige Personal und das nötige
Engagement zur Verfügung zu stellen.


Stellungnahme als Download
Beschlussvorlage zum Klimaschutzkonzept 2030
Klimaschutzkonzept 2030 – Maßnahmenkatalog
weitere Dokumente zum Klimaschutzkonzept 2030

Unsere Vision für Karlsruhe: Pressekonferenz des Klimabündnis zum Karlsruher Haushalt 2021

Am 24. November 2020 hat das Klimabündnis Karlsruhe eine Pressekonferenz zum Thema Klimaschutzkonzept im Karlsruher Haushaltsplan für 2021 veranstaltet.

Die Zeit des Aufschiebens muss vorbei sein! Das Klimabündnis Karlsruhe ruft den Gemeinderat auf, das im April beschlossene Klimaschutzkonzept 2021 ohne Abstriche und konsequent umzusetzen. Der Haushaltsentwurf der Verwaltung muss dringend nachgebessert werden! Denn von den 50 Mio. €, die vom Gemeinderat dieses Jahr als Startsumme für das Klimaschutzkonzept (KSK) verabschiedet wurde, werden nicht einmal 20 Mio. € realisiert. […]

Als Mitglied stehen wir voll hinter den vom Klimabündnis Karlsruhe aus Anlass der aktuellen Haushaltsdebatte verabschiedeten Forderungen Für ein gutes Leben in Karlsruhe: Klimaschutz.Gemeinsam.Jetzt.

Die BNN, der SWR und KA-News waren vertreten, Baden TV berichtet.

Außerdem gab es bei der Pressekonferenz noch weitere Redebeiträge von verschiedenen Mitgliedsorganisationen:

Das Klimakollektiv Karlsruhe und die GWÖ Karlsruhe haben auch Videobotschaften verfasst:

Klimabündnis: Wahlprüfsteine zur OB-Wahl 2020

Das Klimabündnis hat Wahlprüfsteine zur anstehenden Oberbürgermeister*innenwahl in Karlsruhe verabschiedet und alle Bewerber*innen aufgefordert diese zu beantworten.

Hier die Antworten der Kandidat*innen.

Außerdem ist eine Fragerunde mit den Kandidat*innen am 27.11. geplant.

Gibt es einen Zusammenhang zwischen unserem Wirtschaftssystem und der COVID-19 Pandemie?

Quelle: Pixabay

Laut einem Artikel des Weltrat für Biologische Vielfalt IPBES gibt es einen ganz klaren Zusammenhang zwischen der aktuellen COVID-19-Pandemie und unserer wirtschaftlichen Tätigkeit.

So wie die Klima- und Biodiversitätskrise sind die jüngsten Pandemien eine direkte Folge menschlicher Aktivitäten – insbesondere unserer globalen Finanz- und
Wirtschaftssysteme
, die dem Paradigma eines maximalen Wachstums bislang um jeden Preis folgen. Um die […] gegenwärtigen Krise zu bewältigen, […] bleibt uns nur ein kleines Zeitfenster.

Und das könnte erst der Anfang sein.

Mehr als 70 Prozent aller neu auftretenden Krankheiten, von denen Menschen betroffen sind, haben ihren Ursprung in wilden oder domestizierten Tieren.

Ungebremste Abholzung, unkontrollierte Ausdehnung der Landwirtschaft, intensive
Landnutzung, Bergbau und Infrastrukturentwicklung sowie die Ausbeutung wildlebender Arten haben geradezu perfekte Bedingungen dafür geschaffen, dass Krankheitserreger von der Tierwelt auf den Menschen übergreifen.

Man geht davon aus, dass bei Säugetieren und Wasservögeln noch immer 1,7 Millionen nicht identifizierte Viren existieren, die Menschen potenziell infizieren können.

Pandemien werden mit hoher Wahrscheinlichkeit künftig häufiger auftreten, sich schneller ausbreiten, größere wirtschaftliche Auswirkungen haben und mehr Menschen töten, wenn wir jetzt nicht die richtigen Entscheidungen treffen.

Im Bericht werden drei wichtige Gesichtspunkte genannt, die bei den milliardenschweren Konjunktur- und Rettungsprogrammen im Mittelpunkt stehen sollten:

  • Gesetze zum Schutz der Umwelt einhalten und stärken, sowie das Schnüren von Konjunkturpaketen, die Anreize für nachhaltiges und naturfreundliches Wirtschaften bieten.
  • „One-Health-Ansatz“ auf allen Ebenen der Entscheidungsfindung – lokal bis global. Das bedeutet, den Zusammenhang zwischen menschlicher Gesundheit und dem Zustand unserer Umwelt anzuerkennen und dies bei Entwicklungsmaßnahmen zu berücksichtigen.
  • Gesundheitssysteme der Regionen mit den höchsten Pandemie-Risiken stärken.

Außerdem wird erwähnt, dass wir einen transformativen Wandel brauchen.

Dieser Wandel umfasst eine grundlegende, systemweite Reorganisation über technologische, wirtschaftliche und soziale Faktoren hinweg, einschließlich Paradigmen, Zielen und Werten. Es gilt die soziale und ökologische Verantwortung in allen Sektoren zu fördern. So entmutigend und kostspielig dies auch klingen mag – es verblasst im Vergleich zu dem Preis, den wir bereits zahlen.

Die Reaktion auf die COVID-19-Krise verlangt von uns allen, dass wir uns mit den
Eigeninteressen auseinandersetzen, die einem transformativen Wandel entgegenstehen, und dass wir das “business as usual” beenden. Wir können gestärkt und widerstandsfähiger denn je aus der gegenwärtigen Krise hervorgehen. Dazu müssen wir uns aber für Politiken und Maßnahmen entscheiden, die die Natur schützen – damit die Natur uns helfen kann, uns zu schützen.

Dem ist nichts hinzuzufügen. Genau für diesen Wandel setzen wir uns ein. Die Gemeinwohl-Ökonomie hat das Potential, einen wichtigen Beitrag zu diesem Wandel zu leisten.

Die Wirtschaft hangelt sich von Krise zu Krise, soziale Ungleichheit nimmt zu, unser Klima droht zu kollabieren, Pandemien werden zunehmen, Millionen Spezies werden aussterben – wie lange wollen wir noch zusehen?

Lieferketten in der Elektronikbranche

Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft diskutierten über das Lieferkettengesetz.

Elektronik ist für nahezu alle von uns ein unverzichtbarer Teil des Lebens. Doch die Lieferketten für Rohstoffe und Elektronikkomponenten spannen sich um den gesamten Globus. Über die Auswahl ihrer Lieferanten tragen deutsche Unternehmen daher Mitverantwortung für die Arbeitsbedingungen und Umweltstandards an anderen Orten in der Welt.

Keine Gewinne ohne Gewissen!

Aber: Was für ein gesetzlicher Rahmen könnte genau dies gewährleisten? Diese Frage stellt sich die Bundesregierung derzeit. Nachdem ein Appell zur freiwilligen Selbstverpflichtung der Unternehmen nicht zum gewünschten Erfolg geführt hat, wird der Gesetzesentwurf zu einem verbindlichen Lieferkettengesetz im Bundestag diskutiert. Aus der Zivilgesellschaft macht sich das breite Bündnis Initiative Lieferkettengesetz dafür stark.

In dieser Online-Podiumsdiskussion diskutierten Vertreter aus Bundespolitik, Elektronik-Unternehmen und Zivilgesellschaft über die Umsetzung eines Lieferkettengesetzes und gaben Einblicke in ihre Sichtweisen.

Mit dabei waren:

Video-Mitschnitt der Online Diskussion

Eine Kooperation von

Die Wirtschaft steht Kopf

Die Gemeinwohl-Ökonomie will darauf hinweisen, das eine verkehrte Wirtschaft Normalzustand geworden ist und es nun an uns allen liegt, diese wieder auf die Füße zu stellen. Die folgenden Missstände zeigen einen Kopfstand unserer aktuellen Wirtschaft, den wir nicht akzeptieren wollen.


Während der Coronakrise waren systemerhaltende Jobs, wie zum Beispiel Reinigungs-, Pflege- oder Supermarktkräfte, in aller Munde. Dass diese essentiellen Arbeitskräfte meist zu den am wenigsten bezahlten gehören, finden wir nicht fair!

Ob es fairer ist, wenn lokale Unternehmen mehr oder weniger Steuern zahlen, ist oft eine Frage, die die Gesellschaft spaltet. Dass aber ganz Europa um faire Steuern von Multimilliarden-Konzernen kämpfen muss, ist ganz klar nicht tragbar!


Regionale Bauern erleben heutzutage einen immensen Preisdruck von Supermarktketten und Discountern. Es müssen Kosten gespart werden, um konkurrenzfähig zu bleiben, und die Konsequenz davon erleiden leider oft die Tiere.

In unserer Gesellschaft wird es immer noch als normal angesehen, wenn Kleidung von Kindern unter menschenunwürdigen Zuständen hergestellt wird. Wir finden fair produzierte Kleidung sollte gefördert werden, damit sie auch für die breite Masse leistbar wird!


Hohes BIP = hohe Lebensqualität? Leider nein! Das BIP ist insofern ein ungeeignetes Maß, als dass es weder die Verteilung des Vermögens, noch die Zufriedenheit der Bevölkerung misst.

Diverses Obst und Gemüse wird momentan aus Ländern weltweit geliefert, obwohl regionale Bauern dieselben Produkte anbieten. Besonders fragwürdig ist es, wenn die weitgereisten Güter weniger kosten als die lokal angebauten.


Mittlerweile ist es die gängige Praxis besonders bei Elektrogeräten technische Wundstellen einzubauen – die geplante Obsoleszenz – damit die Geräte schneller kaputt gehen und die Kundschaft möglichst schnell neue Produkte nachkaufen muss. Kein Wunder also, wenn Waschmaschinen früher 10 Jahre gehalten haben und heute schon nach wenigen Jahren aufhören zu funktionieren.

Sogar Homo Economicus könnte dem Burnout nicht entgehen. Mit dem immensen Leistungsdruck, dem sich unzählige Arbeitskräfte stellen müssen, steigt auch die Anzahl der Burnout-Fälle. Erneut ein Zustand der normal geworden ist, es aber nicht sein dürfte!


Wer kennt diese Situation bei der Jobsuche nicht? Lieber den ethischen Job machen mit dem tollen Team, oder doch lieber ein bisschen mehr Gehalt? Oft werden Personen in der Wirtschaft schief angesehen, wenn sie sich gegen die gewinnbringendere Option entscheiden. Leidenschaft und Glück wird in der Wirtschaft nicht als Ziel angesehen. Lasst uns das gemeinsam ändern!

Unternehmen, die viel Forschung und Arbeit in Nachhaltigkeit investieren und ethische Werte respektieren haben oft nicht die Möglichkeit mit den Dumping-Preisen rücksichtsloser Konzerne mitzuhalten. Wir sind der Meinung, dass diese fortschrittlichen Betriebe mehr Nutzen für die Menschheit bringen und somit eine faire Chance am Markt haben müssen.


Die Wirtschaft steht Kopf! Doch heute wollen wir alle einen Schritt dazu beitragen diese wieder auf die Füße zu stellen.

Jedes Unternehmen hat die Möglichkeit gemeinwohl-orientiert zu agieren. Seit 10 Jahren macht die Gemeinwohl-Ökonomie mehr und mehr Unternehmen sichtbar, die nicht mit ihren Ellenbogen vorangehen und Kontrahenten aus dem Rennen stoßen, sondern langjährige Beziehungen zu ihren Berührungsgruppen aufbauen und durch erhöhte Menschenwürde und Transparenz Werte der Zukunft vertreten.

Wir alle können diesen Gedanken weiterverbreiten oder uns selbst für eine fairere Wirtschaft engagieren. Werde jetzt Mitglied der Gemeinwohl-Ökonomie und gestalte mit uns die Zukunft!

Gib uns jetzt Deine Stimme!

Forderungen von Fridays for Future Deutschland an die deutschen Vertreter*innen auf EU-Ebene

Quelle: pixabay

Weil Politiker*innen das 1,5° C-Ziel leider nicht ernst nehmen hat Fridays For Future Deutschland Forderungen an die deutschen Vertreter*innen auf EU-Ebene aufgestellt:

  • ein rechtlich verpflichtendes CO2-Budget von 20 Gt für die EU ab sofort
  • die Einhaltung der Reduktionsziele sowie der planetaren Grenzen als höchste Ziele der Europäischen Union
  • die Abschaffung aller Subventionen für fossile Energieträger
  • die Angleichung der Klima- und Umweltrichtlinien in allen Handelsverträgen an das verfügbare CO2-Budget und die planetaren Grenzen
  • eine ganzheitliche Umstrukturierung der europäischen Agrarsubventionen

Die Scientists for Future bestätigen in einer Stellungnahme, dass die Forderungen gerechtfertigt und sowohl politisch als auch ökonomisch machbar sind.

Die Wissenschaftler mahnen erneut deutlich:

Überschreitet die globale Temperaturerhöhung kritische Grenzwerte, ändert sich das natürliche System ohne Rücksicht auf politische Vorgaben, oder es kippt sogar. Für wirksame Maßnahmen zur deutlichen Emissionsreduzierung bleibt objektiv nicht mehr viel Zeit.
[…]
Wir weisen nachdrücklich darauf hin: Je später die Kurskorrekturen in Hinblick auf das definierte 1,5-Grad-Ziel des Paris-Abkommens vorgenommen werden, desto drastischer und teurer werden diese Korrekturen sein. Kommen sie zu spät, ist dieses Ziel nicht mehr erreichbar.

Scientists for Future

Wir schließen uns dem an und fordern alle Politiker*innen zu entschiedenem und schnellem Handeln auf.

10 Jahre GWÖ

Wir feiern 10 Jahre Gemeinwohl-Ökonomie!

Am 6. Oktober 2010 initiierten engagierte Unternehmer*innen rund um Christian Felber das Gründungsevent der Gemeinwohl-Ökonomie in Wien – kurz nachdem sein Buch Die Gemeinwohl-Ökonomie: Das Wirtschaftsmodell der Zukunft erschienen ist. Aktuell ist die Gemeinwohl-Ökonomie-Bewegung in 33 Ländern aktiv – von Schweden bis nach Südamerika – getragen von über 180 Regionalgruppen.

Die Gemeinwohl-Ökonomie (GWÖ) wurde 2010 in Österreich gegründet und ist mittlerweile in 14 Staaten institutionell vertreten. Sie sieht sich als Wegbereiterin für eine gesellschaftliche Veränderung in Richtung eines verantwortungs­­­bewussten, kooperativen Miteinanders.

Sie ermöglicht …

  • Unternehmen, alle Bereiche ihrer wirtschaftlichen Tätigkeit mittels Werte der Gemeinwohl-Matrix durchzusehen, um gemeinwohl-orientiertes Handeln aufzuzeigen und gleichzeitig eine gute Basis für strategische Entscheidungen zu gewinnen. Die „Gemeinwohl-Bilanz“ ist ein wichtiges Signal für Kund*innen und auch für Jobsuchende, die davon ausgehen können, dass der Finanzgewinn bei diesen Unternehmen nicht an oberster Stelle steht.
  • Gemeinden, Städten, Regionen zu Gemeinwohl-Orten zu werden, wo Unternehmen, Bildungseinrichtungen, Kommunalbetriebe einen fördernden Fokus auf die Regional­entwicklung und ihre Bewohner*innen legen können.
  • Forschenden die Weiterentwicklung der GWÖ auf wissenschaftlicher Basis. An der Universität Valencia gibt es bereits einen Lehrstuhl für Gemeinwohl-Ökonomie. Neben zahlreichen Masterarbeiten gibt es aktuell drei Studien. D.h. das Wirtschaftsmodell der GWÖ hat die Kraft, die Gesellschaft nachhaltig zu verändern.

Video-Grußbotschaft zu den 10 Jahren GWÖ von Christian Felber

10 Jahre – Meilensteine der GWÖ