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Gibt es einen Zusammenhang zwischen unserem Wirtschaftssystem und der COVID-19 Pandemie?

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Laut einem Artikel des Weltrat für Biologische Vielfalt IPBES gibt es einen ganz klaren Zusammenhang zwischen der aktuellen COVID-19-Pandemie und unserer wirtschaftlichen Tätigkeit.

So wie die Klima- und Biodiversitätskrise sind die jüngsten Pandemien eine direkte Folge menschlicher Aktivitäten – insbesondere unserer globalen Finanz- und
Wirtschaftssysteme
, die dem Paradigma eines maximalen Wachstums bislang um jeden Preis folgen. Um die […] gegenwärtigen Krise zu bewältigen, […] bleibt uns nur ein kleines Zeitfenster.

Und das könnte erst der Anfang sein.

Mehr als 70 Prozent aller neu auftretenden Krankheiten, von denen Menschen betroffen sind, haben ihren Ursprung in wilden oder domestizierten Tieren.

Ungebremste Abholzung, unkontrollierte Ausdehnung der Landwirtschaft, intensive
Landnutzung, Bergbau und Infrastrukturentwicklung sowie die Ausbeutung wildlebender Arten haben geradezu perfekte Bedingungen dafür geschaffen, dass Krankheitserreger von der Tierwelt auf den Menschen übergreifen.

Man geht davon aus, dass bei Säugetieren und Wasservögeln noch immer 1,7 Millionen nicht identifizierte Viren existieren, die Menschen potenziell infizieren können.

Pandemien werden mit hoher Wahrscheinlichkeit künftig häufiger auftreten, sich schneller ausbreiten, größere wirtschaftliche Auswirkungen haben und mehr Menschen töten, wenn wir jetzt nicht die richtigen Entscheidungen treffen.

Im Bericht werden drei wichtige Gesichtspunkte genannt, die bei den milliardenschweren Konjunktur- und Rettungsprogrammen im Mittelpunkt stehen sollten:

  • Gesetze zum Schutz der Umwelt einhalten und stärken, sowie das Schnüren von Konjunkturpaketen, die Anreize für nachhaltiges und naturfreundliches Wirtschaften bieten.
  • „One-Health-Ansatz“ auf allen Ebenen der Entscheidungsfindung – lokal bis global. Das bedeutet, den Zusammenhang zwischen menschlicher Gesundheit und dem Zustand unserer Umwelt anzuerkennen und dies bei Entwicklungsmaßnahmen zu berücksichtigen.
  • Gesundheitssysteme der Regionen mit den höchsten Pandemie-Risiken stärken.

Außerdem wird erwähnt, dass wir einen transformativen Wandel brauchen.

Dieser Wandel umfasst eine grundlegende, systemweite Reorganisation über technologische, wirtschaftliche und soziale Faktoren hinweg, einschließlich Paradigmen, Zielen und Werten. Es gilt die soziale und ökologische Verantwortung in allen Sektoren zu fördern. So entmutigend und kostspielig dies auch klingen mag – es verblasst im Vergleich zu dem Preis, den wir bereits zahlen.

Die Reaktion auf die COVID-19-Krise verlangt von uns allen, dass wir uns mit den
Eigeninteressen auseinandersetzen, die einem transformativen Wandel entgegenstehen, und dass wir das “business as usual” beenden. Wir können gestärkt und widerstandsfähiger denn je aus der gegenwärtigen Krise hervorgehen. Dazu müssen wir uns aber für Politiken und Maßnahmen entscheiden, die die Natur schützen – damit die Natur uns helfen kann, uns zu schützen.

Dem ist nichts hinzuzufügen. Genau für diesen Wandel setzen wir uns ein. Die Gemeinwohl-Ökonomie hat das Potential, einen wichtigen Beitrag zu diesem Wandel zu leisten.

Die Wirtschaft hangelt sich von Krise zu Krise, soziale Ungleichheit nimmt zu, unser Klima droht zu kollabieren, Pandemien werden zunehmen, Millionen Spezies werden aussterben – wie lange wollen wir noch zusehen?

Die Wirtschaft steht Kopf

Die Gemeinwohl-Ökonomie will darauf hinweisen, das eine verkehrte Wirtschaft Normalzustand geworden ist und es nun an uns allen liegt, diese wieder auf die Füße zu stellen. Die folgenden Missstände zeigen einen Kopfstand unserer aktuellen Wirtschaft, den wir nicht akzeptieren wollen.


Während der Coronakrise waren systemerhaltende Jobs, wie zum Beispiel Reinigungs-, Pflege- oder Supermarktkräfte, in aller Munde. Dass diese essentiellen Arbeitskräfte meist zu den am wenigsten bezahlten gehören, finden wir nicht fair!

Ob es fairer ist, wenn lokale Unternehmen mehr oder weniger Steuern zahlen, ist oft eine Frage, die die Gesellschaft spaltet. Dass aber ganz Europa um faire Steuern von Multimilliarden-Konzernen kämpfen muss, ist ganz klar nicht tragbar!


Regionale Bauern erleben heutzutage einen immensen Preisdruck von Supermarktketten und Discountern. Es müssen Kosten gespart werden, um konkurrenzfähig zu bleiben, und die Konsequenz davon erleiden leider oft die Tiere.

In unserer Gesellschaft wird es immer noch als normal angesehen, wenn Kleidung von Kindern unter menschenunwürdigen Zuständen hergestellt wird. Wir finden fair produzierte Kleidung sollte gefördert werden, damit sie auch für die breite Masse leistbar wird!


Hohes BIP = hohe Lebensqualität? Leider nein! Das BIP ist insofern ein ungeeignetes Maß, als dass es weder die Verteilung des Vermögens, noch die Zufriedenheit der Bevölkerung misst.

Diverses Obst und Gemüse wird momentan aus Ländern weltweit geliefert, obwohl regionale Bauern dieselben Produkte anbieten. Besonders fragwürdig ist es, wenn die weitgereisten Güter weniger kosten als die lokal angebauten.


Mittlerweile ist es die gängige Praxis besonders bei Elektrogeräten technische Wundstellen einzubauen – die geplante Obsoleszenz – damit die Geräte schneller kaputt gehen und die Kundschaft möglichst schnell neue Produkte nachkaufen muss. Kein Wunder also, wenn Waschmaschinen früher 10 Jahre gehalten haben und heute schon nach wenigen Jahren aufhören zu funktionieren.

Sogar Homo Economicus könnte dem Burnout nicht entgehen. Mit dem immensen Leistungsdruck, dem sich unzählige Arbeitskräfte stellen müssen, steigt auch die Anzahl der Burnout-Fälle. Erneut ein Zustand der normal geworden ist, es aber nicht sein dürfte!


Wer kennt diese Situation bei der Jobsuche nicht? Lieber den ethischen Job machen mit dem tollen Team, oder doch lieber ein bisschen mehr Gehalt? Oft werden Personen in der Wirtschaft schief angesehen, wenn sie sich gegen die gewinnbringendere Option entscheiden. Leidenschaft und Glück wird in der Wirtschaft nicht als Ziel angesehen. Lasst uns das gemeinsam ändern!

Unternehmen, die viel Forschung und Arbeit in Nachhaltigkeit investieren und ethische Werte respektieren haben oft nicht die Möglichkeit mit den Dumping-Preisen rücksichtsloser Konzerne mitzuhalten. Wir sind der Meinung, dass diese fortschrittlichen Betriebe mehr Nutzen für die Menschheit bringen und somit eine faire Chance am Markt haben müssen.


Die Wirtschaft steht Kopf! Doch heute wollen wir alle einen Schritt dazu beitragen diese wieder auf die Füße zu stellen.

Jedes Unternehmen hat die Möglichkeit gemeinwohl-orientiert zu agieren. Seit 10 Jahren macht die Gemeinwohl-Ökonomie mehr und mehr Unternehmen sichtbar, die nicht mit ihren Ellenbogen vorangehen und Kontrahenten aus dem Rennen stoßen, sondern langjährige Beziehungen zu ihren Berührungsgruppen aufbauen und durch erhöhte Menschenwürde und Transparenz Werte der Zukunft vertreten.

Wir alle können diesen Gedanken weiterverbreiten oder uns selbst für eine fairere Wirtschaft engagieren. Werde jetzt Mitglied der Gemeinwohl-Ökonomie und gestalte mit uns die Zukunft!

Gib uns jetzt Deine Stimme!

Forderungen von Fridays for Future Deutschland an die deutschen Vertreter*innen auf EU-Ebene

Quelle: pixabay

Weil Politiker*innen das 1,5° C-Ziel leider nicht ernst nehmen hat Fridays For Future Deutschland Forderungen an die deutschen Vertreter*innen auf EU-Ebene aufgestellt:

  • ein rechtlich verpflichtendes CO2-Budget von 20 Gt für die EU ab sofort
  • die Einhaltung der Reduktionsziele sowie der planetaren Grenzen als höchste Ziele der Europäischen Union
  • die Abschaffung aller Subventionen für fossile Energieträger
  • die Angleichung der Klima- und Umweltrichtlinien in allen Handelsverträgen an das verfügbare CO2-Budget und die planetaren Grenzen
  • eine ganzheitliche Umstrukturierung der europäischen Agrarsubventionen

Die Scientists for Future bestätigen in einer Stellungnahme, dass die Forderungen gerechtfertigt und sowohl politisch als auch ökonomisch machbar sind.

Die Wissenschaftler mahnen erneut deutlich:

Überschreitet die globale Temperaturerhöhung kritische Grenzwerte, ändert sich das natürliche System ohne Rücksicht auf politische Vorgaben, oder es kippt sogar. Für wirksame Maßnahmen zur deutlichen Emissionsreduzierung bleibt objektiv nicht mehr viel Zeit.
[…]
Wir weisen nachdrücklich darauf hin: Je später die Kurskorrekturen in Hinblick auf das definierte 1,5-Grad-Ziel des Paris-Abkommens vorgenommen werden, desto drastischer und teurer werden diese Korrekturen sein. Kommen sie zu spät, ist dieses Ziel nicht mehr erreichbar.

Scientists for Future

Wir schließen uns dem an und fordern alle Politiker*innen zu entschiedenem und schnellem Handeln auf.

10 Jahre GWÖ

Wir feiern 10 Jahre Gemeinwohl-Ökonomie!

Am 6. Oktober 2010 initiierten engagierte Unternehmer*innen rund um Christian Felber das Gründungsevent der Gemeinwohl-Ökonomie in Wien – kurz nachdem sein Buch Die Gemeinwohl-Ökonomie: Das Wirtschaftsmodell der Zukunft erschienen ist. Aktuell ist die Gemeinwohl-Ökonomie-Bewegung in 33 Ländern aktiv – von Schweden bis nach Südamerika – getragen von über 180 Regionalgruppen.

Die Gemeinwohl-Ökonomie (GWÖ) wurde 2010 in Österreich gegründet und ist mittlerweile in 14 Staaten institutionell vertreten. Sie sieht sich als Wegbereiterin für eine gesellschaftliche Veränderung in Richtung eines verantwortungs­­­bewussten, kooperativen Miteinanders.

Sie ermöglicht …

  • Unternehmen, alle Bereiche ihrer wirtschaftlichen Tätigkeit mittels Werte der Gemeinwohl-Matrix durchzusehen, um gemeinwohl-orientiertes Handeln aufzuzeigen und gleichzeitig eine gute Basis für strategische Entscheidungen zu gewinnen. Die „Gemeinwohl-Bilanz“ ist ein wichtiges Signal für Kund*innen und auch für Jobsuchende, die davon ausgehen können, dass der Finanzgewinn bei diesen Unternehmen nicht an oberster Stelle steht.
  • Gemeinden, Städten, Regionen zu Gemeinwohl-Orten zu werden, wo Unternehmen, Bildungseinrichtungen, Kommunalbetriebe einen fördernden Fokus auf die Regional­entwicklung und ihre Bewohner*innen legen können.
  • Forschenden die Weiterentwicklung der GWÖ auf wissenschaftlicher Basis. An der Universität Valencia gibt es bereits einen Lehrstuhl für Gemeinwohl-Ökonomie. Neben zahlreichen Masterarbeiten gibt es aktuell drei Studien. D.h. das Wirtschaftsmodell der GWÖ hat die Kraft, die Gesellschaft nachhaltig zu verändern.

Video-Grußbotschaft zu den 10 Jahren GWÖ von Christian Felber

10 Jahre – Meilensteine der GWÖ

ForstBW stellt Gemeinwohl-Bilanz vor

Als erster Landesbetrieb in Baden-Württemberg hat ForstBW eine Gemeinwohl-Bilanz vorgelegt. Wir begrüßen den Pioniergeist und freuen uns auf weitere Bilanzierungen von öffentlichen Betrieben auf kommunaler-, Landes- und Bundesebene.

Sowohl der ForstBW Vorstand

Wir freuen uns, dass unsere vorbildliche Arbeit von einem unabhängigen Dritten getestet und für gut befunden wurde. Dies ist für alle Mitarbeitenden eine tolle Bestätigung.

Felix Reining – Vorstand ForstBW

als auch der Auditor sind zufrieden:

Insgesamt sehen wir im Unternehmen ForstBW eine vorbildliche Struktur, welche sich auf hohem Niveau am Gemeinwohl orientiert und sich weiter in diese Richtung entwickelt.

Bernhard Oberrauch – Auditor

NDR Podcast: Krise als Chance – Auf zur Gemeinwohlwirtschaft?

Im NDR Podcast Wirtschaft in Zeiten von Corona – alles ist anders spricht Christian Felber in der Folge #21 Krise als Chance (1) – Auf zur Gemeinwohlwirtschaft? unter anderem darüber, ob die Corona-Wirtschaftskrise auch eine Chance für grundlegende Veränderungen unseres Wirtschaftssystems bietet.

Die Zukunft liegt in unseren Händen: #stimmegeben

#stimmegeben

Corona-, Klima-, Wirtschaftskrise? Es gibt Auswege – gemeinsam können wir das bewältigen. Die Zukunft liegt in unseren Händen. JETZT aktiv werden – www.deine-stimme-geben.de

Sei du selbst die Veränderung, die du in dieser Welt sehen willst.

Mahatma Gandhi

Nicht nur für den Profit wirtschaften

Sendung über die “Gemeinwohl-Region” Höxter in Deunschlandfunk Kultur.

Unser Wirtschaftssystem belohnt Unternehmen mit satten Gewinnen, auch wenn sie die Umwelt zerstören und das Arbeitsrecht verletzen. In der Region Höxter in Nordrhein-Westfalen kämpfen kleine Firmen dafür, das Gemeinwohl in den Mittelpunkt zu rücken.

“Nachhaltiges Wirtschaften trauen sich gerade nur Pioniere”

Foto: VAUDE

Antje von Dewitz spricht in Deutschlandfunk Nova über nachhaltiges Wirtschaften.

“Momentan ist es ein Risiko, nachhaltig zu wirtschaften”, sagt Antje von Dewitz. “Wer nachhaltig wirtschaftet, wird in unserem Wirtschaftssystem eher benachteiligt.” Das liege vor allem daran, dass der Markt nicht die wahren Kosten gewöhnt sei. “Es kann nicht sein, dass ich als Unternehmen Schaden anrichte und anderen die Rechnung überlasse.”

GermanZero: Deutschland bis 2035 klimaneutral machen

Der gemeinnützige Verein GermanZero ist eine 2019 gegründete Initiative von Wissenschaftlern und Aktivisten.

Ziel der Bürgerinitiative ist es, Deutschland bis 2035 klimaneutral zu machen, also den CO2-Ausstoß so weit wie möglich zu reduzieren und die restlichen Emissionen zu kompensieren. Dazu wird ein Gesetzesentwurf erarbeitet, der dann politisch durchgesetzt werden soll.

Dies ist als Antwort auf das unzureichende “Klimapaket” der Bundesregierung zu verstehen.

Wir machen Deutschland innerhalb von zehn Jahren klimaneutral – #schnell, #wirksam und #fair.
Für dieses Ziel erarbeiten wir jetzt den Klimaplan und die notwendigen Gesetzesentwürfe. Tausende von Bürgerinnen und Bürgern sollen mit diesem Gesetz unsere Demokratie von unten beleben und das Paket 2022 in den Bundestag einbringen.
Gemeinsam setzen wir in Deutschland das um, was die Bundesregierung 2015 beim UN-Klimagipfel in Paris bindend zugesagt hat: Die Erdüberhitzung auf 1,5 Grad zu begrenzen.

https://germanzero.de/

Christian Felber bei JUNG & naiv

Christian Felber über die Gemeinwohl-Ökonomie – Jung & Naiv: Folge 459

Mitte Februar traf Christian Felber Tilo Jung, den Moderator des Interview-Formats Jung & Naiv. Nun ist das Video fertig produziert und online verfügbar.

In dem knapp 2 1/2 stündigen intensiven Gespräch geht es um Christians Werdegang: Wieso tanzt er so gerne? Was hat das Tanzen mit unserem Zusammenleben zu tun? Was hat er studiert bzw. was konnte er nicht studieren? Wie hat er sich seine ökonomischen Grundlagen angeeignet? Warum will Christian den Kapitalismus überwinden? Was hat die GWÖ noch mit Marktwirtschaft zu tun? Warum sollten wir auf Kooperation statt Konkurrenz setzen? Kann es in der Gemeinwohl-Ökonomie noch weiterhin Wachstum geben? Wie ist er überhaupt auf die Idee einer GWÖ gekommen? Und was ist davon in unseren Verfassungen zu finden? Könnten wir damit einfach in Deutschland anfangen oder muss das global passieren?

Außerdem geht’s um privates Eigentum, Waffenhersteller, Nachhaltigkeit, eine „Obergrenze“ für Unternehmen und ein Spekulationsverbot.

Das und vieles, vieles mehr in Folge 459 von JUNG & naiv.

Bericht vom 7. Vernetzungstreffen des AK Jugend vom 20. – 23. Februar 2020

Graue und erstarrte Gestalten in der Tuttlinger Innenstadt

Der AK Jugend innerhalb der GWÖ

Wer wir sind? Eine bunte Gruppe junger aktiver Menschen in der GWÖ, die aus allen Ecken Deutschlands und Europas zusammenkommen. Auch was unsere Interessen angeht, kommen wir aus den unterschiedlichsten Bereichen zusammen. Manche von uns arbeiten, andere gehen noch zur Schule, studieren, machen eine Ausbildung oder haben andere Lebensprojekte am Laufen.

Bei unseren Treffen und Projekten achten wir besonders darauf, dass wir während der gemeinsamen Arbeit Spaß haben und uns gegenseitig motivieren. Außerdem verbringen wir auch immer wieder einfach Zeit zusammen und haben entspannte Wochenenden miteinander, ganz frei von ToDos!

Wer mitmachen will, kann sich gerne näher über unsere Aktivitäten informieren.

Bericht vom 7. Vernetzungstreffen vom 20. – 23. Februar 2020

Für unser 7. Vernetzungstreffen waren wir in Tuttlingen bei der Regionalgruppe Schwarzwald-Baar-Heuberg zu Gast. Wir hatten uns bewusst für ein langes Wochenende entschieden, damit neben dem Organisatorischen auch genügend Zeit für Gruppenaktivitäten und Kreatives bleibt. So starteten wir am Freitag bereits mit den Vorbereitungen für unsere geplante Fasnets-Aktion, bei der wir uns an der Kunstaktion 1000 Gestalten orientieren wollten, die 2017 zum G20-Gipfel in Hamburg durchgeführt wurde. Als Einstimmung darauf hatte die Regionalgruppe am Freitagabend ein öffentliches Screening des Films Der marktgerechte Mensch organisiert, in dem auch die Aktion 1000 Gestalten gezeigt wird.
Am Samstag wurde es dann ernst und wir führten vor dem geplanten Fasnetsumzug unsere Aktion in der Tuttlinger Innenstadt durch, mit der wir für mehr Menschlichkeit in unserem Wirtschaftssystem eintreten wollten. So zogen wir als graue und erstarrte Gestalten durch die Innenstadt, die sinnbildlich eine Gesellschaft darstellen sollten, der die Ideen und Überzeugungen abhanden gekommen sind, dass eine andere Welt möglich ist, in der nicht Profitstreben und Konkurrenz im Zentrum stehen, sondern gelingende Beziehungen und ein würdiges Leben. Zum Abschluss befreiten wir uns vor den Zuschauern von unseren grauen Hüllen und zeigten uns als erwachende und freudige Menschen, die sich in bunter Kleidung in die Arme fielen. Motiviert durch die positive Resonanz auf unsere Aktion, führten wir sie sogar spontan ein zweites Mal durch.

Am Abend durften wir noch viel aus den Erfahrungen von Magdalena Langer lernen, die uns in einem kurzen Impulsvortrag darstellte, wie sich das Haus des Engagements in Freiburg entwickelt hat, ein Vorzeigeprojekt für die Vernetzung und Koordination von sozial, ökologisch und kulturell engagierten Initiativen. Nach einem erlebnisreichen und vielseitigen Wochenende durften wir am Sonntag unsere Heimreise antreten, vollgepackt mit neuen Ideen und Impulsen für unsere kommenden Aktivitäten und das nächste Treffen.

Chris, Marielle und Marilena vom AK Jugend

BKK ProVita erzielt ihr bisher bestes Ergebnis bei Gemeinwohl-Bilanz

Die einzige gemeinwohl-bilanzierte gesetzliche Krankenkasse erhält für ihre dritte Gemeinwohl-Bilanz mit 790 Punkten ihre bislang beste Bewertung.

Die BKK ProVita ist die erste und einzige gesetzliche Krankenkasse, die Gemeinwohl-Bilanzen erstellt, in denen sie ihre Handlungsweisen offen darlegt und von einem externen Prüfer bewerten lässt. Damit gehört sie zu den Pionier-Unternehmen der Gemeinwohl-Ökonomie. Jetzt liegt das Ergebnis der dritten Gemeinwohl-Bilanz der BKK ProVita für den Berichtszeitraum 2018/19 vor. Mit 790 Punkten hat die gesetzliche Krankenkasse ihr bislang bestes Ergebnis erreicht und nähert sich dem Höchstwert von 1.000 Punkten.

Spitzenergebnisse erlangte die BKK ProVita in den Bereichen ethische Kundenbeziehungen, Beitrag zum Gemeinwesen, Kooperation und Solidarität mit Mitunternehmen sowie Sinn und gesellschaftliche Wirkung der Produkte und Dienstleistungen. Verbessert hat sich die Kasse vor allem bei ökologischer Nachhaltigkeit sowie Transparenz und Mitentscheidung.

Andreas Schöfbeck, Vorstand der BKK ProVita, ist sehr stolz auf dieses Ergebnis. Er sagt: „Jeder kann viel tun für eine bessere Welt. Uns als gesetzlicher Krankenkasse ist ein enger rechtlicher Rahmen gesteckt. Dennoch haben wir viele Maßnahmen für das Gemeinwohl erfolgreich umgesetzt und freuen uns jetzt entsprechend über unser gutes Testat.“

Die BKK ProVita wird ihre dritte Gemeinwohl-Bilanz demnächst auf ihrer Homepage unter www.bkk-provita.de/nachhaltigkeit/gemeinwohlbilanz/ veröffentlichen. Dort finden sich auch die ersten beiden Gemeinwohl-Bilanzen.

Der gemeinwohlige Großraum Stuttgart

Die Stadt Stuttgart hat als erste Deutschlands für vier der städtischen Betriebe einen Gemeinwohl-Bericht erstellt. Die Betriebe leben&wohnen, Hafen Stuttgart GmbH, Stuttgarter Wohnungs- und Städtebaugesellschaft mbH (SWSG) und der Eigenbetrieb Stadtentwässerung Stuttgart (SES) sind mit gutem Beispiel vorangegangen.

Weitere Informationen.

Solidarität mit Rojava

Wir schließen uns den vielen Fridays For Future Gruppen, Wissenschaftler*innen und anderen GWÖ-Regionalgruppen an und erklären uns solidarisch mit den Menschen in Rojava:

Wir stehen in Solidarität mit den Menschen in Rojava

Wir, Regionalgruppen der Gemeinwohl-Ökonomie, verurteilen den Angriff der türkischen Armee auf die Demokratische Föderation Nord- und Ostsyrien / Rojava.

Wir fordern alle auf, die notwendigen Schritte zu unternehmen, um diesen Krieg zu beenden.

Die Gesellschaften Nordostsyriens errichten in Rojava seit 2012 ihre eigene Selbstverwaltung basierend auf dem gleichberechtigten Zusammenleben aller ansässigen Bevölkerungsgruppen, der Befreiung der Frau, einer ökologischen Wirtschaftsweise und radikaler Demokratie. Ziel ist, eine ökologische und demokratische Gesellschaft zu schaffen, in der die Produktion von Gütern kooperativ und dezentral, nach den Bedürfnissen der Menschen und im Einklang mit der Natur erfolgt.

Diese Form des Zusammenlebens reagiert auf die Krise und Katastrophen, welche vom herrschenden Macht-Wirtschaftssystem verursacht sind. 

Die Gemeinwohl-Ökonomie steht für eine andere Wirtschaft. Die Gesellschaft, die die Menschen in Rojava aufbauen und verteidigen, kommt der Vision der GWÖ sehr nahe.

Wir stehen solidarisch zu den Menschen in Rojava.

Wir rufen europäische Regierungen und Unternehmen dazu auf, jede Unterstützung des Krieges gegen Rojava sofort zu stoppen.

#NeustartKlima: Es reicht! Klimaschutz jetzt und für alle!

Quelle: https://www.klima-streik.org/downloads

Als Teil eines breiten zivilgesellschaftlichen Bündnisses unterstützen wir den weltweiten Klimastreik #NeustartKlima am 29. November und freuen uns über zahlreiche Teilnahme.

Die Demo startet um 12 Uhr am Schloss.

Wissenschaftler*innen sind entsetzt über das sogenannte Klimapaket und darüber, dass die Bundesregierung nach wie vor naturwissenschaftliche Erkenntnisse ignoriert.

Umso wichtiger ist es, den Protest aufrecht zu erhalten und die Bundesregierung weiterhin aufzufordern, endlich zukunftsfähig zu handeln.

Klimaklage gegen die EU

Quelle: https://peoplesclimatecase.caneurope.org/wp-content/uploads/2018/10/grafik-pcc-de-kr_final.png

Vom Klimawandel Betroffene klagen erstmals vor dem Europäischen Gericht (EuG) den Schutz ihrer Grundrechte ein und nehmen den europäischen Gesetzgeber (Europäisches Parlament und Rat der EU) damit für konsequenten Klimaschutz in die Pflicht.
Die Klage ist am 23.05.2018 vor dem EuG eingereicht worden. Europäisches Parlament und Rat der EU haben Mitte Oktober auf die Klage reagiert und Klageabweisung wegen Unzulässigkeit beantragt.

Mit Beschluss vom 08.05.2019 hat das EuG die Klage als unzulässig abgewiesen. Die KlägerInnen haben am 11.07.2019 Rechtsmittel vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) eingelegt.

Hauptstreitpunkt ist derzeit der sog. Zugang zu Gericht, d.h. ob die KlägerInnen überhaupt die Möglichkeit erhalten, ihr Anliegen vor Gericht vorzutragen. Zu Inhalten bzgl. Notwendigkeit und Machbarkeit einer Klimazielverschärfung bis 2030 haben sich weder Beklagte noch EuG bislang geäußert.

https://peoplesclimatecase.caneurope.org/de/

Wir erklären uns mit den jetzt schon akut vom Klimawandel betroffenen Menschen solidarisch und unterstützen die Klimaklage gegen die EU.

In der ZDF-Mediathek gibt es eine etwa halbstündige Sendung zum Thema:

#AlleFürsKlima: Globaler Klimastreik und offener Brief

Als Teil eines breiten zivilgesellschaftlichen Bündnisses unterstützen wir den weltweiten Klimastreik #AlleFürsKlima am 20.09. und freuen uns auf zahlreiche Teilnahme.

Die Demo startet um 11 Uhr auf dem Friedrichsplatz.

Die Gemeinwohl-Ökonomie kann mit der Bilanzierung von Konzernen einen wertvollen Beitrag zur Lösung der Klimakrise leisten.

Gemeinsam mit vielen anderen Vereinen, Verbänden und NGOs haben wir den offenen Brief zum Klimastreik am 20.09.2019 unterzeichnet:

GWÖ-Unternehmerin Antje von Dewitz (VAUDE) ist Unternehmerin des Jahres

Das Gemeinwohl-Unternehmen VAUDE ist diesjähriger Gewinner des Marken Award in der Kategorie „Beste Nachhaltigkeitsstrategie“.

Wenn wir Unternehmen für den ökologischen und sozialen Schaden, den sie anrichten, zur Kasse bitten, dann würden globale Herausforderungen wie die Klimaerwärmung sofort einen ganz anderen Stellenwert in unserer Welt erhalten.

Antje von Dewitz

Im SWR interview spricht Antje von Dewitz unter anderem darüber, wie sie das Familienunternehmen führt.